Worum es geht
Heute kein einzelner großer Launch, sondern eine Ladung. Fünf Apps aus der Balane-Werkstatt haben in den letzten Wochen eine ordentliche Runde Updates bekommen — neue Funktionen, Feinschliff, mehr Tempo. Und zwei neue Projekte kommen dazu, beide noch im Aufbau, beide über dieselbe unbequeme Frage: was KI eigentlich kostet, wenn niemand mehr hinschaut.
Erst die Werkstatt, dann das Neue.
Die Werkstatt: fünf Apps, geschärft
FlowVisual — der Prozess, der sich vor dem CFO verteidigt
FlowVisual ist unser Desktop-Simulator für Prozessberatung, und er hat den größten Sprung gemacht. Du modellierst einen Prozess aus Bausteinen, drückst Play und siehst die Last durchfließen — wo es eng wird, kippt der Knoten von Teal nach Rot. Ein Monte-Carlo-Stresstest deckt den Engpass mit Wahrscheinlichkeit auf statt mit Bauchgefühl, und jede Verbesserung landet als Vorher/Nachher in Euro und Zeit — jede Zahl mit P10–P90-Spanne, damit du keinem Entscheider eine Scheingenauigkeit hinlegst. Am Ende exportierst du ein gebrandetes PDF für die Entscheidungsvorlage. Verknüpfte Prozesse, Bandbreiten statt fixer Werte, jede Zahl nach ihrer Herkunft markierbar. Läuft komplett lokal, keine Cloud, keine Anmeldung. Jetzt im Mac App Store und als Direkt-Download für macOS & Windows.
Ausklang — der ruhige Mood-Spiegel
Ausklang fragt nach Instagram, TikTok, X oder WhatsApp einmal kurz: „Wie geht's dir gerade?" Über die Tage entsteht ein ehrliches Muster — welche App dich trägt, welche dich leert. Sonntags ein ruhiger Wochenrückblick, dazu kleine Experimente, wenn du etwas ändern willst. Keine Streaks, keine Flammen, keine Belohnungen. Kein Account, kein Tracking, keine Werbung — Daten verlassen dein Gerät nicht, Sync nur über deine eigene iCloud bzw. Google Drive. Ausklang+ bleibt ein optionales Einmal-Upgrade für lange Pattern-Sichten. Ein Werkzeug, keine Therapie.
SynapseGym — Gehirntraining nach Studien, nicht nach Vibes
SynapseGym gibt dir nicht nur einen Punktestand. Es misst deinen Kopf über sechs Kernfähigkeiten, zeigt, wo du stark bist und wo's hakt, und baut dein tägliches Training um genau deine Schwachstelle — und du siehst die Zahlen wirklich steigen. Echte kognitive Forschung (Dual N-Back, Stroop, Go/No-Go), verpackt in kurze Einheiten, die sich wie Spielen anfühlen. Dazu Meditation und Dankbarkeit, weil ein scharfer Kopf einen ruhigen braucht.
TextDeck — deine KI-Prompts, wiederverwendbar
TextDeck verwandelt Prompts in Templates mit Variablen: {{Name}}, {{Thema}}, {{Sprache}} — du füllst aus, das Ergebnis landet in der Zwischenablage. On-device-KI (Apple Intelligence) verbessert Prompts und schlägt Platzhalter vor, komplett privat, ohne Server. Dazu die globale Prompt-Bibliothek mit kostenlosen Community-Paketen, ⇧⌘P holt alles überall hin, iCloud-Sync zwischen Mac und iPhone — und inzwischen auch für Android. Kostenlos.
GridBar — ein Hotkey, ein Grid, deine Aktionen
GridBar ist unser nativer Launcher: Hotkey drücken, das Grid erscheint, du klickst eine Kachel — fertig. Apps öffnen, URLs starten, System-Toggles, Shell-Befehle, Apple Shortcuts. Mehrere Boards für Arbeit, privat, Fokus. Native SwiftUI, kein Electron, keine 200 MB RAM — die günstige, schnelle Stream-Deck-Alternative ohne Hardware.
Unter der Haube gilt für alle fünf dasselbe: ordentlich Feinschliff, weniger Kanten, mehr Tempo. Und weiterhin das Balane-Prinzip — lokal zuerst, kein Account-Zwang, keine Daten, die wir auswerten.
Zwei neue Projekte: der Blick auf die KI-Rechnung
Beide Neuzugänge sind noch im Aufbau, und beide kreisen um dasselbe: KI ist pro Token spottbillig geworden — und trotzdem wächst die Rechnung. Der eine geht das seriös an, der andere als Witz, der die Wahrheit trägt.
Bankrupt by AI — zwei Wege, mit KI pleitezugehen
Bankrupt by AI ist ein unabhängiges Analyseprojekt von Balane über die zwei Arten, an KI zu scheitern: all-in auf den Hype — Stellen gestrichen, bevor der Workflow steht — oder aus Prinzip komplett draußen, bis der Markt neu bepreist, was du tust. Beide Enden der Skala sind Ausfallzonen; die Mitte ist das Betriebsband. Im Zentrum steht eine Markttemperatur aus sechs Indikatoren, quartalsweise revidiert, dazu Fall-Anatomien, die jedes Mal mit dem enden, was stattdessen funktioniert hätte, und ein Playbook mit fünf Tests. Muster, keine Personen. Keine Anlageberatung.
Burnmaxxing — wer verbrennt am meisten Geld mit KI?
Burnmaxxing ist die alberne Kehrseite derselben Medaille. Alle reden davon, wie viel sie mit KI sparen — Burnmaxxing misst, was die Token-Rechnung am Monatsende wirklich sagt, und macht daraus einen Wettbewerb. Verbinde deine Anbieter, lass deinen Verbrauch verifizieren, lande auf der Rangliste: Leaderboards, Share-Cards, Achievements, Financial-Damage-Calculator. Anonym per Default, Teilen ist opt-in. Kein seriöses SaaS — und genau das ist der Punkt.
Zum Schluss: billiger hieß noch nie weniger
Diese beiden Projekte gibt es aus einem Grund: unser Bauch begreift Preissenkungen falsch. Wir denken, ein billigerer Token heißt eine kleinere Rechnung. Das Gegenteil ist der Fall — und das ist keine neue Beobachtung. Schon 1865 zeigte William Stanley Jevons an der Kohle: Wird eine Ressource effizienter genutzt, sinkt der Verbrauch nicht, er steigt. Genau das passiert gerade mit KI-Token, tausendfach.
Wenn dich interessiert, warum deine KI-Rechnung wächst, während der Preis pro Token jedes Jahr um das Zehnfache fällt, lies den neuen Essay bei Against Certainty:


