Du klappst morgens dein MacBook auf, und bevor du etwas getippt hast, hat es schon mit Dutzenden Servern geredet. Manche erwartest du: iCloud, deine Mails, der Browser-Tab von gestern. Viele nicht: Analyse-Endpunkte, Telemetrie, Werbenetzwerke, eine Handvoll Firmen, von denen du nie gehört hast, in Ländern, die du nie ausgewählt hast. Sehen kannst du nichts davon. Diese Lücke ging mir beim Bauen von NetMute nicht aus dem Kopf. Version 2.1 schließt sie.
Ich entwickle NetMute selbst. Es ist eine Per-App-Firewall für macOS: Du entscheidest, welche App ins Internet darf. Blockieren ist aber nur die halbe Geschichte. Die andere Hälfte zeigt dir sonst niemand: wohin deine Daten eigentlich gehen. Also habe ich das gebaut.

Eine Weltkarte, gezeichnet auf deinem Mac
In den Berichten gibt es jetzt eine neue Karte. Jedes Land ist danach eingefärbt, wie viel deine Apps dorthin gesendet haben. Tippst du ein Land an, klappt es auf, und du siehst, welche Apps mit ihm reden, sortiert nach Volumen. Server in Irland? Vor allem Apple und Meta. Die USA leuchten auf? Dein Browser und ein Stapel Analysefirmen. So ein Bild vergisst du nicht mehr.
Entscheidend ist, wie die Karte entsteht. Sie stammt aus einer Länderdatenbank, die ich selbst aus den öffentlichen Registry-Dateien der Internet-Adressvergabe gebaut habe. Die Datenbank liegt in der App, rund 2,5 MB groß. Es gibt kein Geo-SDK von Dritten, keine Online-Abfrage, nichts geht nach draußen, um sie zu zeichnen. Wer nachschaut, wohin sein Mac sich verbindet, soll dabei nicht selbst verraten, wo er ist.
Kryptische Adressen, endlich lesbar
Das Zweite, was 2.1 behebt: Verbindungen lasen sich früher wie rr4---sn-xyz.googlevideo.com. Jetzt übersetzt App X-Ray das zu YouTube, mit der Länderflagge des Servers und der genauen Menge, die gesendet und empfangen wurde. Aus fbcdn.net wird Facebook / Instagram, aus scdn.co wird Spotify. Am Ende steht ein Satz, den du lesen kannst: Diese App hat mit YouTube in den Niederlanden geredet und 2,3 GB gezogen.

Was NetMute sieht und was nicht
Diese Grenze ist mir am wichtigsten. Ein Privacy-Tool, das sie heimlich überschreitet, ist wertlos.
NetMute sieht, wohin eine Verbindung geht und wie viel geflossen ist. Es sieht nicht, was darin steckt, und kann es auch nicht sehen. Die Verschlüsselung passiert in der App selbst, bevor die Daten den Filter überhaupt erreichen. Was durchläuft, ist versiegelt. „YouTube, Niederlande, 2,3 GB" ist also die ganze Wahrheit. Welches Video, welche Seite, welche Suche: Das bleibt im verschlüsselten Teil und ist für NetMute prinzipbedingt unlesbar.
Dafür entschuldige ich mich nicht. Es ist das Versprechen: NetMute sieht die Adresse auf dem Umschlag und das Porto, nie den Brief.
Außerdem neu in 2.1
- →Eine Heute-Ansicht in den Berichten, dazu Senden und Empfangen getrennt und der Verbrauch pro Netzwerk. So unterscheidest du dein Heim-WLAN vom Hotspot deines Handys.
- →Datenlimits, die halten: pro App oder für den ganzen Mac. Die Zählung übersteht einen Neustart, und auf Wunsch gibt es einen harten Stopp.
- →Sehen ist frei, Handeln ist Pro: Privacy-Dashboard, App X-Ray und Berichte sind jetzt für alle offen. Du siehst alles. Tracker systemweit zu blockieren bleibt Pro.
NetMute ist eine kleine Indie-App ohne Konto und ohne Cloud, mit Einmalzahlung, gebaut von einer Person. Mit 2.1 blockt sie den Lärm nicht mehr nur weg, sondern zeigt dir, wie er aussieht.
Alles Weitere zu NetMute, inklusive Anleitungen und Vergleichen, findest du auf netmute.com und auf der App-Seite.
