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13. Juni 2026Jonas Höttler

NetMute 2.1: eine Weltkarte, wohin dein Mac Daten sendet

NetMute zeichnet jetzt eine Weltkarte der Länder, mit denen dein Mac spricht — tippe ein Land an und sieh, welche App dorthin sendet. Lesbare Dienst-Namen, Senden/Empfangen pro App, Datenlimits, die halten. Alles auf dem Gerät. Es sieht wohin und wie viel — nie, was darin steckt.

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Klapp morgens dein MacBook auf, und bevor du etwas getippt hast, hat es schon mit Dutzenden Servern geredet. Manche erwartest du — iCloud, deine Mails, der Browser-Tab von gestern. Viele nicht: Analyse-Endpunkte, Telemetrie, Werbenetzwerke, eine Handvoll Firmen, von denen du nie gehört hast, in Ländern, die du nie ausgewählt hast. Sehen kannst du nichts davon. Genau diese Lücke ging mir beim Bauen von NetMute nicht aus dem Kopf — und 2.1 ist das Release, das sie endlich schließt.

NetMute ist eine Per-App-Firewall für macOS — du entscheidest, welche App ins Internet darf. Aber Blockieren ist nur die halbe Geschichte. Die Hälfte, die dir niemand zeigt, ist: wohin deine Daten eigentlich gehen. Also habe ich das gebaut.

NetMutes Weltkarte — die Länder, mit denen die Apps deines Macs sprechen, eingefärbt nach Datenmenge.
Wohin dein Mac sendet — komplett auf dem Gerät gezeichnet.

Eine Weltkarte, gezeichnet auf deinem Mac

Öffne die Berichte, und da ist eine neue Karte: eine Weltkarte, jedes Land eingefärbt danach, wie viel deine Apps dorthin gesendet haben. Tippe ein Land an, und es klappt auf — jetzt siehst du, welche Apps mit ihm reden, sortiert nach Volumen. Server in Irland? Vor allem Apple und Meta. Die USA leuchten auf? Dein Browser und ein Stapel Analyse-Firmen. Das ist die Sorte Anblick, die man nicht mehr vergisst.

Das Entscheidende ist das Wie: Die Karte entsteht aus einer Länder-Datenbank, die ich selbst aus den öffentlichen Registry-Dateien der Internet-Adressvergabe gebaut habe. Sie liegt in der App, rund 2,5 MB. Es gibt kein Geo-SDK von Dritten, keine Online-Abfrage, nichts geht nach draußen, um sie zu zeichnen. Nachzuschauen, wohin dein Mac sich verbindet, darf nicht selbst verraten, wo du bist — also tut es das nicht.

Kryptische Adressen, endlich lesbar

Das Zweite, das 2.1 behebt: Verbindungen lasen sich früher wie rr4---sn-xyz.googlevideo.com. Jetzt übersetzt App X-Ray das zu YouTube, mit der Länderflagge des Servers und genau, wie viel gesendet und empfangen wurde. Aus fbcdn.net wird Facebook / Instagram, aus scdn.co wird Spotify. Endlich ein Satz, den man lesen kann: Diese App hat mit YouTube geredet, in den Niederlanden, und 2,3 GB gezogen.

App X-Ray — lesbare Dienst-Namen, Länderflaggen, Senden und Empfangen pro Domain.
Lesbare Dienst-Namen statt CDN-Kauderwelsch.

Was es sieht — und was nicht

Das ist die Grenze, die mir am wichtigsten ist, denn ein Privacy-Tool, das sie heimlich überschreitet, ist wertlos. NetMute sieht, wohin eine Verbindung geht und wie viel geflossen ist. Es sieht nicht — und kann nicht sehen — was darin steckt. Die Verschlüsselung passiert in der App, bevor die Daten den Filter überhaupt erreichen; was durchläuft, ist versiegelt. „YouTube, Niederlande, 2,3 GB" ist also die ganze Wahrheit. Welches Video, welche Seite, welche Suche — das bleibt im verschlüsselten Teil, für NetMute prinzipbedingt unlesbar.

Das ist keine Einschränkung, für die man sich entschuldigt. Das ist das Versprechen: Es sieht die Adresse auf dem Umschlag und das Porto — nie den Brief.

Außerdem neu in 2.1

  • Eine Heute-Ansicht in den Berichten, dazu Senden/Empfangen getrennt und Verbrauch pro Netzwerk — so unterscheidest du dein Heim-WLAN vom Hotspot deines Handys.
  • Datenlimits, die halten — pro App oder für den ganzen Mac, mit einer Zählung, die einen Neustart übersteht, und optionalem hartem Stopp.
  • Sehen frei, Handeln Pro — Privacy-Dashboard, App X-Ray und Berichte sind jetzt für alle offen. Du siehst alles. Tracker system-weit zu blockieren bleibt Pro.

NetMute ist eine kleine, bewusste Indie-App — kein Konto, keine Cloud, Einmalzahlung, von einer Person gemacht. 2.1 ist die Version, in der sie nicht mehr nur den Lärm wegblockt, sondern dir seine Form zeigt.

Öffne NetMute und sieh deine eigene Karte →

Apps im Artikel

Apps, die hier erwähnt werden.